| Descripción |
Unter dem Titel ?Motivationale Aspekte in der Bewegungstherapie und im Rehabilitationssport" werden am Beispiel der Querschnittlähmung die derzeitigen, schon ausgearbeiteten Aspekte der Motivationspsychologie bezüglich der Anwendung auf Bewegungstherapie und Rehabilitationssport wiedergegeben. Ausserdem wurden Aspekte der Motivationspsychologie in ihren theoretischen Ausprägungen und Anwendungsmöglichkeiten reinterpretiert. Motivationsdefinitionen und Aspekte der Motivationstheorie, wie die Vermeidungsstrategie, die Bezugsnorm-Orientierung, die Anspruchsniveau-Setzung und die Kausalattribuierung werden erklärt, diskutiert und zugunsten der Behinderungsverarbeitung bzw. Befindlichkeitsverbesserung des Betroffenen uminterpretiert und angepasst.Der Eintritt einer Körperbehinderung kann eine Vielzahl von physischen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen mit sich bringen. Das Studium bzw. die Kenntnisse über die verschiedenen Formen von Körperbehinderungen beschränken sich i.A. überwiegend auf ihre Genese, Charakteristika, Klassifizierung, neuromotorische bzw. medikamentöseoder chirurgische Behandlung, Prognose und notwendigesekundärpräventive Massnahmen, sowie ihre sporttherapeutischen und sportmethodologischen Aspekte.Relativ ausser Acht bleiben immer noch die psychischen bzw. motivationalen Aspekte von Körperbehinderung, insbesondere der Querschnittlähmung.Obwohl die Querschnittlähmung keine fortschreitende Behinderung ist, können im Laufe der Zeit erhebliche Beeinträchtigungen entstehen, wie u.a. Blaseninfektionen, Niereninsuffizienz und Osteoporose. Diese werden vom Betroffenen als eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands beobachtet und können zur negativen Befindlichkeit ggf. zur Depression fuhren. Ausserdem haben viele Betroffene Schwierigkeiten mit der eigenen Körperlichkeit.Die Querschnittlähmung wurde hier nicht nur mit ihren Definitionen, Ursachen, ihrer neurologischen Topographie, Erscheinungsform und ihrem klinischen Befund ausgearbeitet. Sie wurde auch als Beispiel einer Körperbehinderung präsentiert, die psychische und soziale Beeinträchtigungen mit sich bringen kann, die jedoch nicht als eine Katastrophe, sondern als eine Herausforderung betrachtet werden sollte, die mit Hilfe der Bewegungstherapie und des Rehabilitationssports verarbeitet werden sollte bzw. werden könnte.Obwohl das ICD-Modell (ICD = ?International Classification of Diseases") ein wichtiges Instrument zur Diagnostik und Behandlung einer Krankheit ist, erkannte die WHO, dass das ICD-Modell nicht geeignet war, den Behinderten dadurch wirklich zu helfen. Die ursprünglichen drei ?Säulen des ICD-Modells" Ursache (Ätiologie), Entstehung (Pathogenese) und Ausprägung (Manifestation)) sind nicht mehr ausreichend, um den Betroffenen zu fördern. Im Laufe der Zeit zeigen sich die Behinderten nicht nur als Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie zeigen sich als Menschen mit Kompetenzen, erorbern viele Rechte, nehmen am gesellschaftlichen Leben teil, und brauchen häufig immer noch gewisse Massnahmen, um Aktivitäten und Partizipation in dem sozialen Leben praktizieren zu können. Dementsprechend hat die WHO eine neue Klassifizierung entwickelt, die als ICF bekannt ist. Die ICF (?International Classification of Functioning, Disability and Health") sollte jedoch nicht nur den Behinderten bei der Ausübung von Aktivitäten und Partizipation, wie es bei der WHO vorgesehen ist, unterstützen. Möglicherweise ist sie auch in der Lage, den Betroffenen zu helfen, die Behinderung zu verarbeiten. In dieser Abhandlung wird die Anwendung des ICF-Modells zur Verbesserung der Befindlichkeit und der Behinderungsverarbeitung verteidigt.Die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport befassen sich mit Beeinträchtigungen des gesundheitlichen Zustands bzw. mit der körperlichen, psychischen und sozialen Integrität des Menschen und mit der Anwendung von Bewegung, Spiel und Sport als Mittel sowohl zur Prävention als auch zur Therapie bzw. als Rehabilitationsmassnahme. Es wurden die Begriffe Therapie und Rehabilitation definiert, charakterisiert, klassifiziert und mit Beispielen unterlegt.Bewegungstherapie und Rehabilitationssport befassen sich meistens mit generellen Problemen des Verhaltens, der Verhaltensmodifikation und der Einstellungsänderung. Was die psychologischen Aspekte der Körperbehinderung, besonders die Befindlichkeit und die Behinderungsverarbeitung anbetrifft, stützen sich die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport allerdings kaum auf der Motivationstheorien. Die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport werden hier auf der Basis der Motivationstheorie und mit Hilfe weiterer angesprochener Theorien als Mittel zur Verbesserung der Befindlichkeit und zur Behinderungsverarbeitung analysiert bzw. präsentiert.Die theoriegeleiteten Interventionsprogramme innerhalb der Motivationspsychologie konzentrieren sich seinerseits auf den schulischen, sportlichen und geschäftlichen (wirtschaftlichen) Bereich und befassen sich kaum mit Aspekten der Therapie und der Rehabilitation. Dementsprechend wurden hier unter dem Titel Motivation, Aspekte, wie Motive, Motivation und Handlung, Leistungsmotivation, mit ihren Subthemen Leistungsmotiv, Erwartung über den Handlungsausgang, Anreizwerte der zu bewältigenden Aufgabe, Bezugsnorm-Orientierung, Anspruchsniveausetzung und Kausalattribuierung spezifisch bezüglich der Situation des Behinderten bzw. des Querschnittgelähmter ausgearbeitet. Unter dem Subtitel ?Verhalten und Behinderungsverarbeitung" wurden Themen wie Verhalten, besonders das Verhalten des Betroffenen, mit den Aspekten Selbstkonzept, Befindlichkeit sowie Behinderungsverarbeitung präsentiert und diskutiert. Anschliessend wurde die Theorie zur Krisenverarbeitung von SCHUCHARDT und das ICF-Modell mit Aspekten der Motivationspsychologie bezüglich der Behinderungsverarbeitung neu interpretiert. So entstand eine neue Struktur bzw. ein Modell zur Behinderungsverarbeitung, in welchem die Bewegungstherapie und der Rehabilitationssport als Hilfe zur Verbesserung der Befindlichkeit und zur Behinderungsverarbeitung angewandt werden könnten.Von diesen Überlegungen ausgehend liegt mit dieser Arbeit der Versuch vor, neue Kriterien motivationaler Aspekte für die Bewegungstherapie und für den Rehabilitationssport unter Berücksichtigung der Motivationspsychologie zu entwickeln bzw. anzupassen. |